Pilgern als Trainingsmotivation

Das How to von drei der fünf Säulen im Islam ist abhängig davon in welchem körperlichen Zustand wir uns befinden. Insbesondere die Pilgerfahrt. Für alle Pilger ist es deshalb enorm wichtig, dass sie ihre Tagesziele sehr früh nach der bevorstehenden Reise ausrichten. Denn zu jeder Reise und zu jedem Lebensziel gehört eine Vorbereitung.

Die fünf Säulen des Islams sind ein fester Bestandteil jedes Muslims. Als pflichtgemäße Handlungen geben sie uns vor, wie wir unsere seelische Verbundenheit zu Gott finden und bestärken. Das heißt, dass mit jeder Säule nicht nur das WAS, sondern viel mehr das WIE im Vordergrund steht. Kurz aufgefasst sieht es meistens wie folgt aus:

  • Salat = Wir lernen Suren auswendig und machen uns schlau über die Vorschriften (z. B. Gebetsrichtung, -kleidung, etc.), um das Gebet zu verrichten. Wir führen die rituelle Waschung durch und beten anschließend.
  • Saum = Wir bereiten uns geistig und evtl. körperlich darauf vor einen vollständigen Monat tagsüber auf Nahrung und Dinge zu verzichten, die unseren Glauben beeinträchtigen könnten.
  • Schahada = Wir lernen und verstehen das Glaubensbekenntnis, um es tagtäglich in unsere Gebete zu integrieren.
  • Zakat = Wir berechnen im Voraus einen Teil unseres Vermögens, um unsere Zakat (Almosengaben) abzugeben.
  • Hajj = Wir machen uns mit den Ritualen der Pilgerfahrt vertraut bevor wir diese antreten.

Schauen wir uns die Rituale der Pilgerfahrt an, stellen wir schnell fest, dass wir körperlich herausgefordert werden. Aus den unterschiedlichsten Erfahrungsberichten, ob von Bekannten oder aus dem Netz, wissen wir auch, dass diese Herausforderungen nicht zu unterschätzen sind.

Die körperlichen Anforderungen beginnen bei der Tawaf, den sieben Umrundungen um die Kaaba und dem Aufbruch nach Arafat zum „Berg der Gnade“ an. Und gehen weit über den siebenmaligen Gang zwischen den Hügeln As-Safa und Al-Marwa hinaus. Insgesamt wird allein diese Strecke auf ca. 2,5 km geschätzt.

Aus den Überlieferungen kennen wir keine genauen Vorschriften, dass wir uns körperlich anspruchsvoll auf die Pilgerfahrt vorbereiten sollen. Das hängt allerdings damit zusammen, dass aus der damaligen Zeit die alltäglichen Anforderungen mit körperlicher Anstrengung verbunden waren und daher nicht explizit festgehalten und thematisiert wurden. Was wir wissen ist, dass lediglich diejenigen, die die notwendigen Mittel besitzen und selbstverständlich körperlich dazu in der Lage sind die Pilgerfahrt antreten müssen. Das schließt die Tatsache mit ein, dass man dies nicht unnötig hinauszögern sollte und natürlich selbst dafür verantwortlich ist, dass man körperlich fit bleibt.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten wie man sich im Alltag fit halten kann. Wichtig ist, dass man sich ständig neuen Herausforderungen stellt, wie sie einen in Saudi-Arabien letztens Endes auch erwarten werden. Geht spazieren, nehmt die Treppen anstatt den Fahrstuhl oder die Rolltreppen und überlegt euch zweimal, ob ihr das was ihr zu euch nimmt euren Körper unterstützt oder nicht.

Pilger aus der ganzen Welt treten die Pilgerfahrt an. Das heißt nicht nur, dass die Anzahl der Pilger von Jahr zu Jahr zunimmt, sondern auch die Gefahren, die damit verbunden sind. In Anbetracht der jährlichen Besucher und den Klimabedingungen ist es selbstverständlich nicht vermeidbar, dass es zu Unfällen geschweige denn einer vorher unbekannten körperlichen Anstrengung kommt. Dennoch liegt es in unserer Hand Allah zuliebe dem entgegen zu wirken.

3 Kommentare zu „Pilgern als Trainingsmotivation

  1. Die beste Vorbereitung auf die Hajj ist Wissen. Das Wissen ist eine große Erleichterung für diese Reise, weil man die eigenen Freiräume dadurch besser nutzen kann. In der Pilgerreise gibt es einen kleinen Teil an Handlungen, die Pflicht sind und auf jedenfall praktiziert werden müssen, damit die Hajj überhaupt gültig ist. Der große Teil besteht jedoch aus freiwilligen Handlungen, die gemacht werden können, aber nicht müssen. In der Pilgerreise gibt es Tage, da wird man viel Kraft und Energie haben, sodass man auch mehr Freiwilliges tun kann. An anderen Tagen wird man schnell außer Atem sein, sodass einem sogar eine Pflicht-Handlung schwerfallen kann. Da hilft es einem sehr, zwischen „muss“, „soll“ und „kann“ in den Handlungen unterscheiden zu können.

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    1. Ich gebe dir vollkommen Recht. Ich habe in meinem Beitrag den geistigen Aspekt außen vor gelassen, um mich auf den körperlichen Aspekt zu fokussieren und es auf den Punkt zu bringen. Du hast diesen sehr gut zusammengefasst, danke 🙏.

      Ergänzen möchte ich nur noch, dass ich nur leider viel zu häufig erlebe, dass Menschen schnell dazu tendieren diese Pflichten zu vernachlässigen, weil sie körperlich wirklich nicht dazu in der Lage sind. Was diese dann nicht sehen ist allerdings, dass sie selbst dafür verantwortlich sind. Deshalb gilt: je früher die Einsicht und Bereitschaft zum gesunden Lebensstil desto nachhaltiger die Wirkung.

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      1. Ja eine frühzeitige Vorbereitung auf die hajj bringt viele Früchte. Es ist sogar besser, seinen gesamten Lebensstil zu verändern, um körperlich und mental fitter zu werden. Es gibt Menschen, die können im hohen Alter noch weite Strecken laufen. Diese Fitness zahlt sich mit dem Alter auf jeden Fall aus, besonders für die Ibadah. Wer fit ist, der/die kann für die hajj zu Fuß den tawaf und den sa’i machen. Ohne Rollstuhl oder die Unterstützung von anderen. Außerdem kann er/sie häufiger in die Kaaba Moschee, um dort an den Gebeten teilzunehmen.

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