Entgiftung durchs Schröpfen

Was haben Bambushörner, Büffel und geschlossene Gegenstände die man auf den Körper legt, gemeinsam?

Man kann mit ihnen Schröpfen. Das heißt Blut über einen erkrankten Organ ansaugen.

Ich werde regelmäßig am Rücken geschröpft. Dort lagern sich nämlich Giftstoffe an, die jeder zu sich nimmt. Die Ursache vieler Krankheiten wie Bluthochdruck, Rheuma, …

Weshalb Schröpfen?

Es gibt keine andere Methode, um diese Giftstoffe aus dem Körper zu nehmen. Deshalb und aufgrund der Krankheitenvorbeugung spricht man beim Schröpfen gerne auch von einer „heilenden Wirkung“.

Es gibt verschiedene Arten des Schröpfens, wie das Feuerschröpfen, blutige oder das trockene Schröpfen. Das Schröpfen wird bei jeglichen Beschwerden von denen die Faszien betroffen sind, wie Migräne, Rückenschmerzen, Muskelverhärtungen oder anderen Schmerzen, empfohlen.

Ablauf

Dafür werden Glaskugeln auf die Haut gelegt und ein Unterdruck erzeugt, wodurch Wärme erzeugt wird. Durch die angenehme Wärme werden die verklebte Faszien gelöst. Anfangs ist es ein wenig schmerzhaft, doch dieser lässt mit der Gewöhnung nach. Der Unterdruck erregt die Durchblutung. Die Flecken, die zugegeben sehr abschrecken, signalisieren dem Immunsystem, dass eine Verletzung vorliegt, sodass die Durchblutung in diesem Bereich gefördert wird. Eine erregte Durchblutung bedeutet eine bessere Sauerstoffversorgung. An der Stelle wird also das „schlechte“ Blut entsorgt und „sauberes“ durch unseren Blutkreislauf hingeführt.

Die Behandlung wird durch max 2 mm tiefe Ritze an der Hautoberfläche, die keine Narben verursachen, beginnen. Dadurch dass man die Oberfläche ankratzt wird nur Zwischengewebsflüssigkeit, und nicht Blut aus den Arterien freigesetzt.

Schröpfen im islamischen Kontext

Es gibt zahlreiche Überlieferungen, dass sich der Prophet Muhammad (s) für unterschiedliche Indikationen schröpfen und somit behandeln ließ. Zum Beispiel beschrieb er, dass das Schröpfen am Kopf bei Beschwerden wie Schwachsinn, Aussatz, Weissfleckenhaut (Albino), Schlafmüdigkeit, Kopfschmerzen, (Backen-)Zahnschmerzen und gegen böse Blicke hilft. Auch steigert es die Aufmerksamkeit, löst Verspannungen, hilft bei Rheuma- und Gelenkbeschwerden, bei Migräne und Bluthochdruck (Muwatta, Imam Mâlik, 1821). Anschließend ließ Er sich bei Quetschungen, Blutergüssen oder vorsorglich mit der Heilmethode behandeln (Abû Dâwûd, 703). Er nutzte die Heilmedizin auch bei Vergiftungen (Abû Dâwûd, 3911), während der Pilgerfahrt (Buhârî, 5262) und bei Gesichtslähmungen (Muwatta, Imam Mâlik, 1759).

Beim islamischen Schröpfen werden genaue Tage vorgegeben, an denen man sich behandeln lassen sollte. (17., 19., und 21 Tag eines Monats (Abû Dâwûd, II/732)). Es wird empfohlen zwei bis vier mal im Jahr eine Schröpfung vorzunehmen. Schwangere Frauen oder Frauen, die in dem Zeitraum ihre Periode haben, dürfen nach Meinungen von Gelehrten nicht geschröpft werden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: